Aktuelles
Für das im Jahr 2013 stark betroffene Gebiet Mitterwöhr östlich der Konrad-Adenauer-Straße (Bezirk 32 - Peter und Paul) wird ein geeignetes Grundwasser- und bei Bedarf ein kombiniertes Oberflächenwassermodell in Auftrag gegeben.
a) Dabei soll ermittelt werden, welche Vorgaben in der Bauleitplanung erforderlich sind, um die Belange des Hochwasserschutzes bzw. der -vorsorge zu verbessern und keinesfalls zu verschlechtern (z.B. weitere Versiegelung oder Verdrängung des Grundwassers durch Tiefgaragen).
b) Gleichzeitig soll das Modell als Frühwarnsystem dienen und „dynamisch“ Echtzeitdaten (z.B. Pegel, Wetter) und 3D- Simulationen nutzen, um das Ansteigen des Grundwasserspiegels zu prognostizieren, um die betroffene Bevölkerung frühzeitig zu informieren.
c) Fördermöglichkeiten für ein Grundwassermodell zum Hochwasserschutz sind zu prüfen und in Anspruch zu nehmen.
Begründung
Um zuverlässig beurteilen zu können, ob und welche Baumaßnahmen im betroffenen Gebiet Auswirkungen auf das Grundwasser haben, sind Modellberechnungen mit entsprechend detaillierten hydrogeologischen und geologischen Eingangsparametern erforderlich. Die bisherigen Gutachten für einzelne Bauprojekte zeigen nur den Einfluss der Baumaßnahme auf den direkten Umgriff, aber nicht auf die Gesamtsituation im Gebiet.
Ein dynamisches Grundwassermodell kann ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes sein, indem es die Umkehrung des Grundwasserflusses, wo das Flusswasser in die Bodenschichten drückt, was zu aufsteigendem Grundwasser führen kann, simuliert. Gleichzeit wird die Wirkung natürlicher (z.B. Auen) und technischer (z.B. Deiche, Rückhaltebecken) Maßnahmen analysiert. Somit hilft ein Grundwassermodell, effektive Schutzstrategien zu entwickeln und das Management von Hochwasserereignissen zu optimieren.
Es hilft, die komplexen hydrologischen Prozesse zu verstehen und frühzeitig Warnungen zu geben, um Schäden zu minimieren. Zusätzlich ermöglichen Modelle die Vorhersage, wie lange der erhöhte Grundwasserstand nach dem Hochwasser anhalten wird. Das Wasserwirtschaftsamt Landshut empfiehlt bereits seit längerem die Einführung eines solchen dynamischen Grundwassermodells.
Die Ergebnisse des Modells sollten zur Hochwasservorsorge und zum Hochwasserschutz in Bebauungspläne integriert werden. Siehe auch:
gez. Sonja Axthaler
Elke März-Granda
gez. Rudolf Schnur